Alexander Kreik mit Tochter Anna und Enkeltochter Magdalina mit Fotos von Jacob und Anna Kreik

Jacob und Anna Kreik

Geschrieben von Alexander Kreik aus Berlin am .

Meine Mutter Anna Valentinovna Kreik (Mädchenname Judt) wurde am 21.01.1924 in der Stadt Nikolajew, Ukraine geboren. Mein Vater Jacob Jakowlewisch Kreik wurde am 10.06.1921 in dem Dorf Huck an der Wolgarepublik geboren.


Anna Kreik
Anna Kreik
Jacob Kreik
Jacob Kreik

Meine Mutter wurde 1941 nach Sibirien die Stadt Leninsk-Kusnetzkij, Kemerower Gebiet deportiert. Sie wurde für die Arbeiten im Untertage eingeteilt und musste Schwerstarbeit leisten.

Mein Vater wurde in das gleiche Gebiet deportiert, wo beide in dem gleichen Untertage arbeiten mussten. Dort lernten sie sich kennen und heirateten Juni 1945 in Sibirien. Hier wurde auch meine ältere Schwester Nelli Kreik am 19.04.1946 geboren. Dann wurde ich, Alexander Kreik, am 10.05.1948 geboren. Danach wurde meine Schwester Elvira Kreik am 06.11.1949 und als letzter mein Bruder Jacob Kreik am 30.12.1952 geboren.

Meine Eltern haben in der Trudarmee gearbeitet und wohnten in sogenannten „Baracken“ in einem Zimmer mit meiner Oma väterlicherseits, Katerina Kondrajtewna Felker.

Bis zum Tode von Stalin 1953, lebte die ganze Famiie unter der Kommendatur. Dann wurde der Familie erlaubt aus der Spezposelenie auszureisen und 50 Kilommeter weiter in eine freie, kleine und soziale Stadt (soz. Gorodok) umzuziehen. Heute heißt der Ort: Polisajewo.

Ich selbst bin 1964 auf Initiative und Bitte von meinem Vater nach Omsk gezogen um in einer Hochschule zu studieren. Damals war ich gerade 16 Jahre alt. Hier wurden im Omsker “Reschnoje Uschilische” Mechaniker für die Flusstransporte ausgebildet. Hier erlernte ich den Beruf Mechaniker und wurde in den Werhdienst eingezogen. Nach meinem Wehrdienst, arbeitete ich als Schichtleiter. Nach 7 Jahren in Omsk konnte ich, als ältester Sohn, meine ganze Familie nach Omsk nachholen.

So lebte die ganze Familie im soz. Gorodok bis 1971 siedelte in das 500 km entfernte Omsk. Bevor die Familie nach Omsk gezogen war, hatten wir ein Haus kaufen können und so konnte die ganze Familie in ein Holzhaus mit vier Zimmern einziehen.

1976 verstarb meine ältere Schwester Nelli aufgrund Krebs.

1992 ist mein Vater im Alter von 70 Jahren von uns gegangen. Ich habe ihn als einen fleißigen und arbeitsamen Mann kennen lernen dürfen. Seine ruhige und einfühlsame Art machte ihn zu einem tollen Familienvater, auch wenn er sehr streng mit uns war. Dennoch tat er alles für seine Familie. Mein Vater war für mich ein großes Vorbild und bis heute orientiere ich mich an ihm. Für mich persönlich war sein Tod ein großer Verlust. Als ich den Antrag auf die Übersiedlung nach Deutschland mit meiner Frau und meinen beiden Kindern gestellt hatte, fragte er mich: “Willst du es wirklich tun?”

1995 ist dann meine Mutter im Alter von 73 Jahren von uns gegangen. Sie war ein aktiver Mensch. Sie hat in einem Kinotheater als Stellvertrender Direktorin gearbeitet und war zu dem ein sehr emotionaler Mensch. Die Emotionen hatten sie stehts im Griff, dass es ihr manchmal in ihrem Leben eingeschränkt hatte. Sie war eine gute Hausfrau, hielt stehts die Sauberkeit und hatte und hielt die Familie zusammen. Mit meiner Frau Galina Kreik bin ich 45 Jahre verheiratet und haben zwei Kinder bekommen: Denis Kreik wurde am 01.01.1977 geboren und meine Tochter Anna Kreik am 24.12.1978.

1992 stellten wir den Antrag zur Ausreise nach Deutschland und bekamen 1997 den Aufnahmebescheid. Am 24. August 1997 sind wir dann in Marienfelde in Berlin angekommen und begannen unser neues Leben in Deutschland. 2006 ist unser Sohn Denis Kreik leider verstorben. Wenn ich heute meine Tochter frage und in unseren Gesprächen beobachte wie sie darüber denkt, wie sie sich in Berlin fühlt. Dann antwortet sie, dass sie niemals wieder zurück nach Sibirien fahren würde und ich ehrlich gesagt auch nicht.

Ich bin davon überzeugt, dass meine Familie unsere Vorfahren würdigt und stets in Erinnerung hält.

Ich möchte dem Projekt “Erinnerungsnaht” alles erdenklich Gute wünschen, da es ein wichtiges Projekt ist. Ich wünsche diesem Projekt eine sehr lange Lebenszeit!




Alexander Kreik

mit Tochter Anna und Enkeltochter Magdalina mit Fotos von Jacob und Anna Kreik

Alexander Kreik mit Tochter Anna und Enkeltochter Magdalina mit Fotos von Jacob und Anna Kreik




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