Matilda Schulz (links) mit ihren Schwestern Theresia (Mitte) und Maria (rechts)

Matilda Schulz (1900-1987)

Geschrieben von Natalia Masson aus Kolbingen am .

Matilda Schulz, auch liebevoll „Oma Matilda“ genannt, wurde am 06. Februar 1900 als Thilde Schulz in Groß-Romanow, Amtsbezirk Konstantinow, Rayon Koschki, Samara geboren. Nach anderen Quellen jedoch im Dorf Straßburg des gleichen Bezirkes. Sie war eines von neun Kindern des Feldschers Adolf Schulz und seiner Frau Emma Kehler. Die Familie war wohlhabend und lebte in der Kolonie Straßburg.


Matilda Schulz (1900-1987)
Matilda Schulz (links) mit ihren Schwestern Theresia (Mitte) und Maria (rechts)

Deportiert, repatriiert oder repressiert von:
Strassburg, Amtsbezirk Konstantinow, Rayon Koschki, Samara, Russland

Deportiert, repatriiert oder repressiert nach:
Karagandinskaja Oblast, Woroschilowsky Rayon, Kasachstan

Doch schon früh lernte Thilde den Tod kennen, als ihre Schwester Johanna in jungen Jahren verstarb. Anfang der 1920er Jahren wurden ihre Eltern von den Bolschewiken enteignet. Kurz darauf erkrankte ihr Vater und verstarb 1922. Thilde lebte zusammen mit ihrer Mutter und als 1931 ihre ältere Schwester kurz nach der Geburt ihres zweiten Sohnes verstarb, musste sie ihr versprechen, dass Kind aufzuziehen. Thilde blieb unverheiratet. Auf die Frage „Warum?“, antwortete sie: „Der den ich haben wollte, wollte mich nicht. Der wo mich haben wollte, wollte ich nicht.“ Am 03. Dezember 1941 wurde sie zusammen mit ihrem Neffen, ihrer Mutter und anderen Verwandten nach Karagandinskaja Oblast, Woroschilowsky Rayon in Kasachstan deportiert. Dort verstarb 1942 ihre Mutter, die sie in einem Massengrab beerdigt. Während der Deportation wurde ihr Name von Thilde auf Matilda umgeändert, da ihr Name für die Russen als nicht richtig galt. Nach der Kommandantur folgte sie zusammen mit ihrem Neffen ihrer Schwester Theresia nach Bestjobe, Stalinsky Rayon, Akmolinskaja Oblast. Sie wohnte abwechselnd bei ihren Neffen und Nichten und bestritt ihren Lebensunterhalt als Kindermädchen. Die letzten Lebensjahre wohnte sie bei ihrem Neffen Wilhelm Nachtigall (meinem Großvater). Dort verbrachte sie viel Zeit mit ihrer Urgroßnichte Natalia. Sie besuchte Oma Matilda gerne, die ihr den christlichen Glauben näher brachte.

Matilda starb am 22. oder 23. Dezember 1987 in der kasachischen Steppe. Ihre Rehabilitation 1991 und die Ausreise ihrer Verwandten 1992 erlebte sie leider nicht.





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