Alexander Muth (*1925)

Alexander Muth *1925

Geschrieben von Alexander Kühl für Vira e.V.


Die Deportation von Alexander Muth, Jahrgang 1925, begann am 30. August 1941. Er lebte damals an der Wolga im Dorf Wiesenmüller. Der Regierungserlass wurde auch in der deutschen Zeitung „Nachrichten“ veröffentlicht, doch sie kam im Dorf immer viele Tage später an. So erfuhr die deutsche Bevölkerung die Nachricht über die „schwarze Radioschüssel“ die auf dem Dorfplatz an einem Mast befestigt war. Zu diesem Zeitpunkt waren die Lastwagen der Soldaten schon zwei Tage vor Ort.

„Plötzlich wurden alle Ein- und Ausfahrtwege gesperrt und keiner kam mehr weder raus noch rein. Eine unheimliche Stille legte sich über das Dorf. In der Nacht vom 4. auf den 5. September klopften die Soldaten an die Fenster und riefen etwas auf Russisch, was keiner von uns verstand. Alle wachten in kompletter Dunkelheit auf, es gab kein Licht, und jeder fragte sich, was denn passiert sei. Langsam verstanden alle, dass sie sich für den Transport vorbereiten sollten. Es entstand ein heilloses Durcheinander, es wurde geschrieen und geflucht.

Die Verwandtschaft versuchte sich zu finden, um zusammenzubleiben. Als dann morgens ein wenig Ruhe eingekehrt war, mussten alle ihr Dorf in Richtung Hauptbahnhof verlassen. Die Dorfbewohner bildeten eine lange Reihe von Menschen, die rechts und links von Soldaten eskortiert wurde. Kurz vor Ankunft am Bahnhof wurden die Menschen auf eine Wiese geführt und von den Bewachern – mit den Waffen im Anschlag – umzingelt. Jetzt wurde klar: Jeder Fluchtversuch würde das leben kosten.

Weiter ging es in einer Reihe, wobei die Soldaten auf dem Feld mit einem Abstand von 30 Metern zu uns Deutschen und 50 Meter zu ihren Kameraden gingen, um alles im Blick zu haben.“

Am 6. September 1941 wurde Alexander Muth in einem dreizehntägigen Transport nach Krasnojarsk gebracht. Er schildert im Video die Umstände der Deportation.



Dieses Video ist von unserem Partner VIRA e.V. im Rahmen ihrer Veröffentlichung "1941-1956 Schicksalsjahre der Deutschen in der Sowjetunion - Zeitzeugen/Trudarmisten melden sich zu Wort" produziert worden.





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